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MEDUGORJE, EINMALIG UND EINZIGARTIG
Predigt von Pater Tomislav Pervan zum 28. Jahrestag der Erscheinungen.

Verehrte Leser!

Achtundzwanzig Jahre sind es her, dass am Abhang des Berges Crnica der biblische - aber auch der neutestamentliche Brennende Dornbusch aufloderte, der bis heute brennt, aber nicht niederbrennt, an den Millionen und Abermillionen barfuß herantraten, nachdem sie ihre Schuhe ausgezogen hatten - denn der Ort, auf dem du stehst, ist heilig - sagte der Herr zu Moses. Heilig ist auch dieser Ort bei uns, nicht auf Grund menschlichen Wollens oder Wünschens, sondern durch göttliches Wirken und Wollen.

Alle Versuche, diesen Dornbusch auszulöschen oder zu beseitigen, misslangen. Vor 28 Jahren wurde dieser Ort zum Zentrum einer geistlichen Bewegung in der Katholischen Kirche und in der Welt. Wenn man all das, was sich hier ereignet, näher betrachtet und überdenkt, dann kann man erkennen, dass es eine globale Dimension erhalten hat, dass es zu einer planetaren Erneuerung der Welt und des Menschen im Geiste Christi geworden ist, die initiiert, begleitet und unterstützt wurde durch die Jungfrau und Mutter, die Braut des Hl. Geistes, die Gottesmutter Maria.

Es übertraf bei weitem alle Vorstellungen, die man am Beginn des Geschehens vielleicht haben konnte. Wir befinden uns in einer ähnlichen Situation wie die Apostel und Maria nach Pfingsten, als sie bloß der Stimme und Leitung des Heiligen Geistes folgen mussten, der das Werk Christi vollenden und alle in die volle Wahrheit über die Sendung Jesu führen sollte. Man musste mit offenen Augen und Herzen auf die Eingebungen des Geistes und Mariens achten und danach leben.

Medjugorje ist von Beginn an eine Einladung dazu, dass wir uns in die Schule Mariens begeben. Dort können wir Gott und seine Liebe erfahren. Maria lädt uns ein, schweigend und horchend Gott im Herzen zu erfahren als Quelle des Lebens. Von ihr können wir lernen, wie Gott handelt und wie der Mensch darauf antwortet. In ihrer Zustimmung zeigt sich das volle Ja zu Gott und das klare Nein zu allen babylonischen Türmen dieser Welt, und es wird sichtbar der Plan Gottes mit allen, die nach Gerechtigkeit und nach Gott hungern und dürsten.

Die Marienerscheinungen zeigen das Mitleid und Erbarmen Gottes und seine Gnade sozusagen im Detail. Sie sind ein Ausdruck seiner Liebe, die über die Sünde der Welt traurig ist. Maria antwortet auf Liebe mit Liebe, und darum ist sie uns in Glaube und Liebe ein leuchtendes Vorbild. Sie macht den Schmerz Gottes über den Zustand der Welt zu ihrem eigenen und ist verfügbar für das Heil und die Rettung der Welt. Sie lehrt uns, Liebe zu empfangen, um der Welt das Wort der Liebe zu gebären, das unseretwegen und zu unserem Heil Mensch geworden ist.

Platon verglich den Menschen mit einem löchrigen Gefäß, das man nicht endgültig füllen kann. Der Alkoholiker sagt: Noch ein Gläschen, und ich bin glücklich. Aber seine Vorstellung bewahrheitet sich nicht. Der Drogensüchtige sagt: Noch einen Schuss, und ich bin im Himmel! Aber er findet sich in der Hölle. Der Wüstling sagt: Noch Sex mit dieser oder jener Frau, und ich finde Erfüllung. Doch es geschieht nie und nimmer. Der Spielsüchtige: Nur noch diesen Einsatz - und alles Geld ist weg. Mögen die Sinnesorgane vielleicht auf ihre Rechnung kommen - die Seele bleibt leer, das Herz unerfüllt. Als wollte sich der Mensch ein für alle Mal satt essen und satt trinken! Weil Gott selber seinen "Chip" in uns gelegt hat, weil die Seele eine ungeheure Tiefe und Weite hat, kann sie nur Gott ausfüllen. Dieser Chip führt uns nach Medjugorje. Hier wird klar und deutlich, dass der Mensch für den Himmel und für Gott geschaffen ist, der ihn allein glücklich machen kann. Richten wir unsere Antennen auf Gott und die Gospa aus!



ZUM 28. JUBILÄUM DES PHÄNOMENS MEDJUGORJE
Grundlegende Überlegungen zur Unterscheidung der Geister


Volle 28 Jahre steht Medjugorje im Blickpunkt der Kirche und der Welt. Eifrige Befürworter und hitzige Gegner stehen einander gegenüber. Die Fronten zu besänftigen, ist heutzutage schwierig. Die Befürworter sind überzeugt, hier die authentische Stimme des Himmels zu vernehmen, und kommen unermüdlich nach Medjugorje, während die Gegner mit gleichem Eifer nach strittigen Elementen suchen. Die Internetportale pro und contra Medjugorje sind immer zahlreicher. Dabei gleichgültig zu bleiben, ist unmöglich, da Tag für Tag mehr Pilger an diesen Ort strömen. Die Zahlen und Fakten sprechen für sich. Diese vielen Wallfahrer kommen von überall her, sie stammen aus allen Völkern und Nationen. Denn auch die Not ist überall sehr groß.

Während andere Wallfahrtsorte trotz Werbung schwindende Pilgerzahlen verzeichnen, wächst hier in Medjugorje die Zahl der Gläubigen aus aller Welt stetig an, und das ohne jede Werbung. Während in anderen Heiligtümern das Bußsakrament keine oder kaum eine Beachtung findet, beichten hier - man kann es wirklich sagen - alle Pilger. Während vor einiger Zeit der Heilige Vater anlässlich seines Besuches im Heiligtum Pater Pios in San Giovanni Rotondo über das mangelnde Interesse an der Beichte und über geschlossene Beichtstühle klagte, drängen sich hier die Menschen vor den Beichtstühlen bzw. beichten sie auch überall im Umkreis der Kirche. Während der Papst in seinem Schreiben anlässlich der Eröffnung des Jahres der Priester den Pfarrer von Ars gerade als beispielhaften Beichtvater vor Augen führt und empfiehlt, dass dieses Sakrament neuerlich als Hilfe entdeckt wird, haben sich hier in Medjugorje so viele existentiell in den "Kreislauf der Tugend" eingebunden, wie es der Papst ausdrückt, sie gingen in Medjugorje in das "Krankenhaus der Seele". Hier fließt der Strom des göttlichen Erbarmens und erfüllt die Kirche Gottes, die göttliche Stadt.

Nach Medjugorje zu kommen und nicht zu beichten, wäre ein Verrat an der Wallfahrt. Hier gibt es rein gar nichts, was auf eine Krise der Beichte hindeuten würde, eher gibt es eine Krise der Beichtenden, die lange warten müssen. Besonders die Italienischen Pilger hört man vom frühen Morgen bis späten Abend sagen: ‘Padre, confessa in italiano’. Man braucht bloß ein paar Schritte vor der Kirche zu machen - mit dem Rosenkranz in der Hand, und schon wird man von ihnen bedrängt. - Die einzige Werbung für das Phänomen Medjugorje besteht darin, dass manche von ihren Erfahrungen und von den Veränderungen in ihrem Leben Zeugnis geben.

Die Priester, die in Medjugorje die Sakramente spenden und evangelisieren, erleben sich einerseits durch ihre täglichen Verpflichtungen bis an die Grenzen ihrer physischen Kräfte beansprucht, sind sie doch mit so vielen Nöten und Bedürfnissen der Pilger konfrontiert; auf der anderen Seite steht der Vorwurf der Zweifler, sie würden sich am Rand des Aberglaubens bewegen, diese Erscheinungen seien erfunden und das ganze sei überhaupt antikirchlich. - Wir aber können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben und was wir täglich erleben (vgl. Apg 4,20). Oder was der hl. Petrus im zweiten Brief schreibt: Wir sind nicht irgendwelchen klug ausgedachten Geschichten gefolgt (1,16), sondern wir sind überzeugt, dass der Himmel hier auf besondere Weise eingegriffen hat. Darum laden wir alle ein, zu kommen und zu sehen, denn so viele Bischöfe und Priester haben nach anfänglichen Zweifeln umgedacht. Nachdem sie ein paar Stunden bei den Pilgern die Beichte gehört hatten, waren ihre Zweifel verschwunden.

Unser Gewissen drängt uns, den Menschen, die her kommen, in ihrer Not zu helfen. Wir stehen treu zur Kirche und in ihr. Wir sind entschlossen, uns auf keinen Fall über die Lehre und die Praxis der Kirche hinweg zu setzen. Darum schmerzen uns die Anzweiflungen und die Tatsache, dass man uns scheel ansieht. So manches Mal stellt sich uns daher die Frage: Haben wir das alles nötig gehabt? Warum konnten wir nicht so sein wie die übrigen Pfarren? Warum konnten wir nicht die eingebürgerten, üblichen Wege der Pastoral beschreiten mit den gängigen Normen der Kirche und des Evangeliums? Wer hat das alles "eingekocht", dass bis heute der Strom der Pilger nicht abreißt, sondern Tag für Tag noch mehr anschwillt?

Darum bin ich überzeugt - als begleitender Teilhaber an diesen Ereignissen vom ersten Tag des Jahres 1981 an -, dass der tote Punkt überwunden werden muss und die Haltung des ständigen Leugnens und Bestreitens beziehungsweise unberührten Betrachtens, das Verschweigen in den kirchlichen Medien, während gleichzeitig Hunderttausende Pilger an diesen Ort strömen. Das zeigt klar und deutlich, wie alles Nichtbeachten und Leugnen und alle Verbote die Gläubigen nicht beeindrucken können. In den kirchlichen Kreisen aber stößt man auf taube Ohren, auf Verallgemeinerungen und auf ein Medienembargo, das über diese Glaubensbewegung verhängt wird. Während also von kirchlicher Seite kaum etwas über Medjugorje berichtet wird, wetteifert die weltliche Presse, wer mehr Informationen über dieses Phänomen liefern könne. Die Zeitung Vecernji list widmete zwei volle Seiten dem Besuch des hohen Würdenträgers V. Incko aus Sarajewo in Medjugorje, bevor er nach Brüssel weiter reisen musste.

Die Gläubigen lassen sich von ihrem Gewissen und ihrer Glaubenserfahrung leiten. Darum bin ich überzeugt, dass der Initiator von all dem der Heilige Geist selber ist, und dass man hier - nach 28 Jahren - ein theologisches Prinzip erkennen kann, oder einen locus theologicus in Bezug auf den sensus fidei fidelium und den consensus fidelium, wie wir ihn in den Konzils- und Nachkonzilsdokumenten und den Aussagen der Päpste nach dem II. Vaticanum finden. Hier wiederholt sich, was wir schon in der Zwölfapostellehre (Didache) lesen konnten, wie sich die Kirche aus allen vier Windrichtungen zu einem einzigen Königreich sammelt. Hier haben wir im Kleinen die globale katholische Kirche.

Die Pilger und die Gläubigen sahen vom Beginn an hier einen gesunden Kern und gesunde geistliche Nahrung, und nicht etwa eine vergiftete Wurzel. Man muss ja zwischen Rechtgläubigkeit und Aberglauben unterscheiden. Auf die Ereignisse in dieser Pfarre und die Verbreitung der Botschaft Mariens kann man anwenden, was das Konzil in Lumen Gentium (Nr.12) sagt: "Die Gesamtheit der Gläubigen, welche die Salbung von dem Heiligen haben (vgl. 1 Joh 2,20.27), kann im Glauben nicht irren. Und diese ihre besondere Eigenschaft macht sie durch den übernatürlichen Glaubenssinn des ganzen Volkes dann kund ... Durch jenen Glaubenssinn nämlich, der vom Geist der Wahrheit geweckt und genährt wird, hält das Gottesvolk unter der Leitung des heiligen Lehramtes ... den einmal den Heiligen übergebenen Glauben (vgl. Jud 3) unverlierbar fest. Durch ihn dringt es mit rechtem Urteil immer tiefer in den Glauben ein und wendet ihn im Leben voller an."

In diesem Sinne meine ich, dass wir alle in diesem Augenblick trotz mancher Vorurteile, Überlegungen und Entscheidungen es nötig haben, hinsichtlich des Phänomens Medjugorje - unabhängig von unserem persönlichen Standpunkt - der Anleitung der Glaubenskongregation vom 27. Februar 1978 - unterschrieben vom damaligen Präfekten Kardinal Franjo Seper - bezüglich der Kriterien für die Beurteilung der Offenbarungen und Erscheinungen zu folgen. Der Text hat bis zum heutigen Tag nichts an Aktualität und Wert eingebüßt, er ist zur Gänze auch auf die Ereignisse von Medjugorje mit ihren Implikationen anwendbar, indem man auf sie eingeht, sowohl von der positiven als auch von der negativen Seite her, mit allen Argumenten pro und contra.

Die Kongregation setzt in der besagten Anleitung ihre Normen in drei Ebenen und nennt hinsichtlich des Zuganges zu besagten Erscheinungen drei Schritte:

- Als erstes sind die Seher zu befragen, um festzustellen, ob es sich etwa um selbsternannte Seher handelt. Danach muss man alle Botschaften sammeln und untersuchen, inwieweit sie mit der Reife und dem Bildungsgrad ihrer Träger in Verbindung stehen. Sehr eingehend ist auch die physische, geistliche und psychische Gesundheit der Seher zu überprüfen, ihre moralische Integrität, wobei klar zu unterscheiden ist zwischen rein menschlich Erklärbarem, und dem, was auch mit Hilfe humanwissenschaftlicher Methoden und modernster wissenschaftlicher Apparate nicht zu verstehen ist, was letztendlich nicht durch Menschen verursacht sein kann.

- Nach dieser ersten Phase - wenn die Angelegenheit nicht von selbst eingeschlafen ist und vergessen wurde - kommt es zur Erlaubnis des Kultes oder der Verehrung ad experimentum, wobei gleichzeitig deutlich zu erkennen gegeben wird, dass damit keineswegs eine Anerkennung der Authentizität der betreffenden Erscheinungen verbunden ist, sondern dass damit einfach beabsichtigt ist, alle Ereignisse zu prüfen auf einen gesunden Ablauf der kirchlichen Praxis, in den Gebeten, Andachten, in der Sakramentologie und im beständigen Wachstum im geistlichen Leben und der Heiligkeit.

- Wenn dann eine bestimmte Zeit des "Experimentierens" vergangen ist, soll man im Lichte der gewonnenen Erfahrungen, besonders der Untersuchung der geistlichen Früchte als Resultat der betreffenden Erscheinungen und der Praxis der Frömmigkeit, wenn es die Situation weiterhin erfordert, zu einem maßgeblichen Beurteilung schreiten.

Betrachtet man den ersten Punkt, lässt sich folgender Schluss ziehen: Die erste Überprüfung fand durch den Ortsbischof statt, der einen Monat nach Beginn des Phänomens bei der Firmung drei Mal betonte: Die Kinder lügen nicht! Die Kinder lügen nicht! Die Kinder sind keine Lügner!

Bis zum heutigen Tag gab es in der ganzen Kirchengeschichte keine Marienerscheinungen, die in einem solchen Ausmaß, so genau, intensiv und extensiv (von 1984 bis 2005) untersucht worden wären, und zwar von Seiten zahlreicher unabhängiger, international qualifizierter Fachleute, Ärzte, Wissenschafter und Psychologen, deren Forschungsergebnisse und Resultate identisch und komplementär sind. Alle kommen zu dem Schluss, dass die Subjekte - die Träger der betreffenden Bezeugungen - psychophysisch und geistlich gesund und normal sind, dass es sich um keine Halluzination, Konfabulation, (Auto)Suggestion, Hysterie, um keinen epileptischen, kataleptischen oder hypnotischen Zustand, um keinen Bewusstseinsverlust, um keine Täuschung oder Konvulsion oder Verkrampfung (wie z.B. bei den Sehern von Kibeho in Afrika), keine Überredung oder Beeinflussung von außen handelt. Deshalb ist es unverantwortlich, die Seher in der Öffentlichkeit als Lügner zu bezeichnen oder zu verdächtigen, dass sie ihre Botschaften und Visionen selber erfunden hätten.

Eine Menge Wissenschafter aus Medizin, Psychologie und Parapsychologie befasste sich mit den Sehern von Medjugorje, und dabei konnte in deren Leben keinerlei pathologische Abweichung oder Divergenz von der menschlichen Normalität gefunden werden. Fachleute und wissenschaftliche Kader können mit ihren Apparaten bis zu einer bestimmten Grenze vordringen, doch jenseits dieser Grenzen ist ihre Reichweite und damit ihre Möglichkeit zur Deutung am Ende. Sie können sagen, was pathologisch wäre und was nicht, und was von der medizinisch-psychologischen Position aus bei den Sehern auszuschließen ist. Das alles wurde klar und deutlich dokumentiert und in einem Communiqué zusammengefasst. Wir müssten also aus intellektueller Redlichkeit, als ernst zu nehmende Menschen, denen es um die Wahrheit geht, die Ergebnisse ihrer Untersuchungen bei der Beurteilung des Phänomens Medjugorje in Betracht ziehen, und nicht der Aussage eines Kommissionsmitglieds übermäßige Beachtung schenken, der mit einer nicht sterilisierten

Nadel Vicka in das linke Schulterblatt stach, um ihre Reaktion darauf zu beobachten. Sie zeigte jedoch keinerlei Reaktion, blutete aus der Stichwunde, was eine Blutspur auf ihrer weißen Bluse hinterließ. Davon bin ich selber Zeuge, aber es existiert auch ein Videomitschnitt dieser "theologischen Nadel".

Die theologischen, soziologischen und wissenschaftlichen Experimente an den Sehern, welche französische, italienische und österreichische Equipen von Wissenschaftern in den Jahren von 1984 bis 2005 angestellt haben, können als beeindruckende, konvergente Belege für die Authentizität des Phänomens Medjugorje dienen. Nach Meinung des Theologen und Mariologen R. Laurentin, dem Autor eines kapitalen, umfangreichen Werkes über Medjugorje (er schrieb 17 Bücher über dieses Heiligtum), haben die Erscheinungen von Medjugorje kräftigere Beweise für die Echtheit als jene von Lourdes, die die Kirche gutgeheißen hat.

Nach der Unterscheidung der Geister durch den hl. Ignatius können die Ursachen dieser oder ähnlicher Erscheinungen menschlicher, göttlicher oder auch dämonischer Natur sein. Die Folge muss immer mit der Ursache in Verbindung gebracht werden. Wo ist also in Medjugorje diese Ursache, der Beginn? Auf welcher Grundlage beruht das alles? Bei der Betrachtung der ersten Tage der Ereignisse in Bijakovici im Juni und Juli 1981 kommen die Fachleute, die die Seher gründlich untersucht haben, zu dem Schluss, dass sie tatsächlich eine tiefe Erfahrung gemacht haben, ein Schlüsselerlebnis, eine Initialzündung, die sie gegen ihren Willen und ihr eigenes Wollen in das Zentrum von etwas geworfen hat, das sie keinesfalls erahnen, irgendwie voraus sehen oder planen konnten.

Die Wissenschaft als solche kann weder bestätigen noch bestreiten, dass ihnen die Gospa erscheint (wie sie auch nicht mit Hilfe einer Apparatur die Auferstehung Christi registrieren könnte, wäre eine solche bei den römischen Wachsoldaten am Grab Christi vorhanden gewesen). Sie kann nur feststellen, dass die Seher auch nach 28 Jahren psychisch und physisch gesund sind, dass sie ein weit und tief reichendes Erlebnis gehabt haben, das bis heute in ihnen wirkt, das man aus ihrer Biographie unmöglich herausstreichen kann. Für die Seher ist das alles ein heiliges Gut. Deshalb muss man eine rein menschliche Ursache ausschließen, aber auch eine dämonische, da der Teufel nicht imstande ist, auf Dauer gute Früchte hervorzubringen.

Deshalb wäre es nach 28 Jahren angebracht, sine ira et studio - in der lokalen Kirche und darüber hinaus - auf die Früchte zu schauen, die die Marienerscheinungen in Medjugorje gebracht haben und noch laufend hervorbringen, und zwar jenseits aller theologischen Festlegungen und Vorurteile. Rein nach den Statistiken der Pfarre trugen sich zur Teilnahme an den Abendgottesdiensten bisher mehr als eine halbe Million Priester ein. Hunderte Bischöfe und Kardinäle, Millionen und Abermillionen Gläubige kamen hierher. Man kann Tag für Tag erleben, wie sich im Kleinen una, sancta, catholica er apostolica Ecclesia ereignet.

Wenn es dabei etwas Häretisches, Schismatisches oder etwas, das gegen die gesunde katholische Lehre spricht, gäbe, müsste die Kirche von ihrer Seite aus Schritte gegen solch einen Missbrauch unternehmen. Es sind jetzt genau vierzig Jahre her, seit ich zum Priester geweiht wurde. Ich bin - so denke ich - auch genug alt und reif, und ich liebe auch meine Kirche und den Herrn Jesus und unsere Gospa. Ich weiß auch, dass wir alle bald vor dem Richterstuhl Gottes erscheinen müssen, und ich möchte es als rechtgläubiger Priester dieser Kirche tun. Und ich behaupte: Bisher gab es keine Häresien, Verirrungen oder Abweichungen in der hiesigen sakramentalen und evangelisatorischen Praxis. Also sind die 18 Jahre seit der Erklärung von Zadar 1991 eine genügend lange Zeit ad experimentum, um zu dem Schluss zu kommen, dass es keine Abweichungen bezüglich der Lehre und der üblichen kirchlichen Praxis in Medjugorje gibt. Die Frömmigkeitsform und der Kult sind voll christologisch, marianisch, eucharistisch, sakramental und völlig in Übereinstimmung mit den kirchlichen Vorschriften.

Zu behaupten, die geistlichen Früchte in Medjugorje wären eben auf das intensive Gebet und die Spendung der Sakramente zurückzuführen, wäre ein circulus vitiosus, ein Zirkelschluss. Denken wir nämlich an Frankreich in der Zeit des Pfarrers von Ars: Auch anderswo gab es Beichtväter, aber die Welt eilte zum hl. Johannes Vianney nach Ars. So gibt es auch an anderen Orten auf der Welt die Gebets- und Sakramentenpraxis, und dennoch fehlen die Fakten, die wir in Medjugorje erkennen können. Es ist klar, dass das Gebet und die Sakramente in der ganzen Kirche in der Welt reiche Früchte tragen, aber warum kommen die Menschen gerade nach Medjugorje, an einen vergessenen Ort, wo sie beten lernen, wo sie sich bekehren, eine konkrete Gotteserfahrung machen und Gnaden bekommen? Sie tragen die Früchte aus Medjugorje nach Hause, bezeugen sie und werden zu Missionaren. Es ist unmöglich, die Behauptungen der Seher hinsichtlich der Erscheinungen von den Früchten, die wir in der Kirche sehen, zu trennen.

Der consensus fidei et fidelium lässt sich auch daran ablesen, dass hier alle Stände des Gottesvolkes vertreten sind, die verschiedensten gesellschaftlichen und kirchlichen Schichten aus allen Völkern und Rassen, und die Erfahrungen, die diese Menschen machen, widerspiegeln in ihrem kirchlichen Leben, indem sie Zeugnis geben, an der Liturgie teilnehmen und den Mitmenschen hingebend in der Caritas dienen (martyria, liturgia et diaconia) und in der Heiligkeit wachsen. Medjugorje ist ein Weltphänomen. In allen Teilen der Welt sind die Früchte erkennbar. Medjugorje ist eigentlich eine Laienbewegung, getragen durch die Spiritualität gläubiger Laien, durch ihre Frömmigkeit und Hingabe an Gott und an Maria. Die Seher selbst sind einfache gläubige Laien, und als solche können sie leicht zu den Herzen der "kleinen" Leute gelangen.

Ich kann hier die vielen Organisatoren der Pilgerreisen nicht unerwähnt lassen, die Tag und Nacht die Wallfahrer sammeln, ohne jedes persönliches Interesse oder aus Verdienstgründen, sondern nur zur Ehre Gottes und der Gospa. Sie verbringen so viel Zeit am Telefon, bei Trost spendenden Gesprächen und einfühlsamen Beratungen, bei Unterweisungen in Autobussen, wo sie Herz und Seele der Pilger erschüttern, von denen manche Jahrzehnte lang nicht bei der Beichte waren. Und dann vollbringt die Gnade ihren Part!

Medjugorje ist gleichzeitig eine Friedensbewegung, denn die Menschen kommen hier zu innerem Frieden. Und es ist auch eine Erneuerungsbewegung in der Kirche - ecclesia semper reformanda, die Kirche muss ständig reformiert werden -, dazu auch eine humanitäre Bewegung, die auf der ganzen Welt gewaltige karitative, samaritanische Werke hervorgebracht hat (was auch der heutige Papst in seiner Enzyklika "Gott ist Liebe" hervorhebt). Lumen Gentium sagt klar: "Solche Gnadengaben, ob sie nun von besonderer Leuchtkraft oder aber schlichter und allgemeiner verbreitet sind, müssen mit Dank und Trost angenommen werden, da sie den Nöten der Kirche besonders angepasst und nützlich sind" (LG 2,12). Apostolicam Actuositatem sagt es noch viel deutlicher: "Aus dem Empfang dieser Charismen, auch der schlichteren, erwächst jedem Glaubenden das Recht und die Pflicht, sie in Kirche und Welt zum Wohl der Menschen und zum Aufbau der Kirche zu gebrauchen. Das soll gewiss mit der Freiheit des Heiligen Geistes geschehen" (AA 1,3).

Üblicherweise sind die Medjugorjewallfahrer in ihren Pfarren am aktivsten. Sie stehen immer zur Verfügung, immer in vorderster Front, wenn karitative oder Gebetsaktionen gestartet werden sollen. Sie sind keine Sektierer, sondern stehen mit dem Papst im Herzen der Kirche und versammeln sich mit Maria in der Eucharistie.

Nach Ablauf von fast drei Jahrzehnten kann man von Medjugorje sprechen als von einem prophetischen Charisma, einer prophetischen Verkündigung und Einladung zur Umkehr, ganz so, wie es bei anderen ähnlichen Phänomenen in der Kirche der Fall ist. Diese prophetische Verkündigung und Erscheinung ist ein Imperativ, ein Ansporn des Heiligen Geistes, wie das Volk Gottes in einer spezifischen, historischen Situation zu leben hat und was es tun soll. Die Kirche darf das nicht ungerührt lassen, sie muss sich diesem Aufruf öffnen und in Übereinstimmung damit handeln, sobald man darin den Willen Gottes erkannt hat. Und es ist offensichtlicht, dass die Ecclesia orans, die betende Kirche, hier in Medjugorje den Willen Gottes und die Gegenwart Mariens erkannt hat, worauf auch der selig entschlafene Papst Johannes Paul II. in seiner Homilie in Zadar am Festtag Mariens, der Mutter der Kirche, am Pfingstmontag 2003 hingewiesen hat. Bei dieser Gelegenheit erwähnte er auch wörtlich den sensus fidei fidelium, von dem oben die Rede war.

Wenn bei einer gewöhnlichen Seligsprechung oder Kanonisation so verfahren wird, dass der Beginn von der lokalen Kirche ausgeht und nach einer bestimmten Zeit die ganze Angelegenheit Rom übertragen wird - selbstverständlich erst, nachdem ausreichend Erkundigungen eingezogen wurden und man zu dem Schluss gekommen ist, es sprechen genügend Hinweise für eine Seligsprechung, so meinen wir, es sei auch richtig, nachdem man alles an Ort und Stelle geprüft hat, das ganze Phänomen Medjugorje der Kompetenz der römischen Entscheidungsträger zu übergeben, weil es bereits seit langem die Grenzen der lokalen Kirche überschritten und die ganze Kirche erfasst hat. Auf der ganzen Welt sind nämlich zahllose Gebetsgruppen als Früchte der Ereignisse von Medjugorje entstanden. Sie tragen den Stempel von deren Authentizität und Glaubwürdigkeit. Das Phänomen als solches hat ja bereits das Innere der ganzen Kirche erfasst, und damit kommt ihm eine größere Bedeutung zu als zum Beispiel der Seligsprechung eines Dieners Gottes, der für die lokale Kirche durchaus von Bedeutung sein kann, aber nicht so sehr für die globale. Und wenn bei einer Seligsprechung das Volk Gottes befragt wird, warum sollte das nicht auch in ähnlicher Weise hier geschehen, insbesondere hinsichtlich der wirkungsvollen Gegenwart Mariens an einzelnen Orten, wie Papst Johannes Paul II. in Zadar betonte - und hinsichtlich persönlicher Erfahrungen und Wunder, wie sie einzelne an sich erfahren haben, besonders hier in Medjugorje?

Die ganze Heilsgeschichte hindurch stellte Gott mit Hilfe von Erscheinungen und Visionen eine Verbindung zu, eine Kommunikation mit seinem Geschöpf her, die an die leiblich geistige Struktur des Menschen angepasst ist. Sie erfasst darum auch die Sinnesorgane des Menschen, insbesondere sein Gehör und sein Auge. Das Phänomen Medjugorje könnte man auf verschiedene Weise deuten, aber die intellektuelle Redlichkeit verpflichtet uns dazu, dass wir uns mit der ganzen Sachlage im Lichte der Offenbarung und der Mystik befassen, und gleichzeitig im Lichte vieler ähnlicher Phänomene, Situationen und übernatürlichen Erfahrungen.

Wenn Gott die ganze Geschichte hindurch gesprochen hat, warum sollte er es dann heutzutage nicht auch tun, wo sich doch der Heilige Geist wegen der enormen Bedürfnisse der Welt auch schon früher immer wieder verschiedener Erscheinungen und Visionen bedient hat? Denn je größer das Elend ist, umso größer ist auch der Bedarf, dass Gott zu uns spricht. Daher könnten wir uns dem hl. Paulus anschließen in der Bitte: Löscht den Geist nicht aus! Verachtet prophetisches Reden nicht! Prüft alles, und behaltet das Gute! (Thess 5,19ff).

Ich denke, dass es hier viel Gutes gibt! Hier ist alles Geschenk und Gnade! Vorgestern lasen wir Priester im Stundengebet den biblischen Bericht von der Begegnung Davids mit Goliat. Der letztere, von riesenhafter Statur, flucht, lästert Gott und fordert das ganze gegnerische Volk zum Zweikampf heraus. Alle anderen sind verstört außer dem bartlosen Jüngling David. Er will sich dem Zweikampf stellen. Man zog ihm die Rüstung Sauls an, der größer als zwei Meter war, setzte ihm seinen Helm auf, legte ihm seinen Panzer an und hängte ihm sein Schwert um. Von der Schwere der Ausrüstung konnte sich David aber kaum bewegen. Also warf er alles ab, ging zum Bach, nahm ein paar Kieselsteine für seine Schleuder, mit denen er Goliats Stirne traf, sodass dieser zu Boden ging. Mit dem Schwert des Gegners schlägt er ihm den Kopf ab.

Auch wir, die Pilger aus allen Himmelsrichtungen, sind wie David, der sich unter der Last der Vergangenheit, der Bindungen und Sünden kaum rühren kann. Nur eines ist nötig: Alles ablegen und mit Hilfe der Steinchen Mariens dem jetzigen Goliats begegnen. Die "Kieselsteine" Mariens sind die Perlen des Rosenkranzes, Gebet, Fasten, Buße, Umkehr, Sakramente. Das sind ihre Waffen, die immer wirkungsvoll eingesetzt werden können und alle anderen Waffen besiegen.

Der große französische Autor Leon Bloy, der sich in La Salette bekehrte, wo Maria 1846 erschienen war, sagte: Dieses Mädchen aus Israel erschien in meinem Geburtsjahr; sie vergoss Tränen - auch meinetwegen. Einmal schrieb er: Es gibt eigentlich nur eine Traurigkeit, nämlich die, kein Heiliger zu sein. - Diesen Schluss müssten auch wir nach diesen achtundzwanzig Jahren ziehen. Seien wir traurig, weil wir nach so vielen Jahren der Gnade noch nicht heilig sind. Seien wir aber glücklich, weil wir in Maria und Jesus Wegweiser zur Heiligkeit haben. Und darum: Maria und Jesus, habt Dank und bleibt bei uns bis zur glücklichen Begegnung im Himmel!

Medjugorje, 24. Juni 2009 - Pater Tomislav Pervan

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