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Das Herz der Sache: Seien Sie ein Zeichen!
ein Interview von Sandy Tobin (Medjugorje.net) mit Pater Dr. Tomislav Pervan OFM, Medjugorje - 18. Juni 2008


Sandy: Wir lernten Sie kennen, als Sie der Pfarrer hier in Medjugorje waren. Würden Sie uns ein wenig über diese Zeit sagen?

P. Tomislav: Ich muss zunächst sagen, dass Maria die bedeutendste Frau in der Geschichte ist. Mit ihrem Fiat - ihrem „Ja“ zum Engel - trat sie in die menschliche Geschichte ein und änderte den Lauf der Welt. Von allem Anfang an war und ist sie in die wichtigsten Ereignisse der Geschichte und der Erlösung eingebunden. Daher, wann immer und wo immer sie erscheint oder erschienen ist, geschah es aus einem besonderen Grund.

Maria ist der größte Evangelist aller Zeiten. Sie ist der Star der Evangelisierung. Durch ihre Erscheinungen in Guadalupe, gewann sie die Neue Welt für ihren Sohn, für die Kirche. Bedenken Sie dies: auf der einen Seite bewirkte die lutherische Reformation ein Schisma und teilte die Kirche in Europa; auf der anderen Seite bewirkten die Erscheinungen in Guadalupe einen "Ausgleich", da sie die Neue Welt mit der Kirche zusammenführten.

Dasselbe geschah durch die Erscheinungen Unserer Lieben Frau in der Rue de Bac, La Salette und Lourdes (es ist das 150. Jubiläum!), sowie durch ihre Erscheinungen bei den Fatima-Kindern. Wir können sagen, dass Medjugorje in gewisser Weise die Erfüllung von Fatima ist. Unsere Liebe Frau offenbarte, dass Russland Irrtümer und atheistische Doktrinen verbreiten und ein neuer Krieg und schweren Verwüstungen kommen würden, wenn die Welt sich nicht bekehrt. Die Bischöfe Portugals weihten ihr Land der Seligen Jungfrau Maria, und es gab keinen Krieg in Portugal!

Am 31. Oktober 1942, zum Silberjubiläum der Erscheinungen Unserer Lieben Frau in Fatima, weihte Papst Pius XII die Welt dem Unbefleckten Herzen Mariens. Im Anschluss an diese Handlung, begann das deutsche Militär den Krieg und jede große Schlacht zu verlieren! Nicht Waffen, sondern Gebete und der Himmel, schufen den Wendepunkt! Auf die gleiche Weise können wir sagen, dass Medjugorje ein Wendepunkt in der Geschichte ist. Gemeinsam mit dem polnischen Papst, einem charismatischen und heiligen Mann - TOTUS TUUS - einem Mann, dessen Biographie seine totale Anbindung an Maria zeigt, hat Medjugorje, als Bewegung, die Geschichte vom Kommunismus zur Freiheit verwandelt!

Aber wie hat es begonnen? Plötzlich. Es war unerwartet. Niemand war vorbereitet für ein solches Ereignis. P. Jozo Zovko kam im November 1980 in die Gemeinde. Er war der Pfarrer seit weniger als acht Monaten, als Unsere Liebe Frau zum ersten Mal erschien. Er kannte die Seher nicht, es waren ganz normale Teenager, oder Jakov war noch nicht einmal zehn Jahre alt. Und dann die Nachricht:

„Wir haben Unsere Liebe Frau gesehen („Gospa“)! Sie erscheint!“

Von diesem Augenblick an veränderte sich das Leben der Seher. Sie hatten keinerlei privates Leben mehr. Tag und Nacht wurden sie gehetzt, ausgefragt, angefordert - und sie waren immer verfügbar. Dies war für mich ein Zeichen der Glaubwürdigkeit, vor allem, als die Kommunistische Polizei eingriff, sie auf die Polizeiwache in Citluk und später zu Ärzten in Citluk und Mostar brachte.

Anfang Juli 1981 attackierten die kommunistischen Medien - Presse, Zeitungen, Radio- und Fernseh-Reporter - die Seher, die Kroaten, die Franziskaner und alles, was im Zusammenhang mit unserem Glauben stand. Die Seher wurden bedroht. Ihnen wurde verboten auf den Podbrdo (Erscheinungsberg) zu steigen. Am 12. August 1981 wurde das gesamte Medjugorje zum "Sperrbezirk" erklärt. Dann, am 17. August, wurde Pater Jozo verhaftet. Trotz dieser und vieler Verfolgungen, konnte nichts die Meinungen und Überzeugungen der Seher ändern.

In einem sehr realen Sinne, waren jene Tage biblische Tage für mich, so etwas wie die Morgendämmerung nach einer langen Nacht der kommunistischen Dunkelheit, vor allem, wenn ich sah, wie viele in die Kirche kamen und die Unzähligen, die neues Leben erfuhren durch das Sakrament der Versöhnung. Für mich war dies ein mächtiges Zeichen und der Beweis dafür, dass die Gottesmutter hier war (und ist), dass sie das Königreich des Satans erobert. Das waren wirklich biblische Zeiten, eine erneute Vorlesung oder erneutes Studium der Werke der Apostel.

Sandy: Sie wurden später der Provinzial Ihrer Franziskaner-Provinz. Ich erinnere mich, wie viel Schwierigkeiten und Verantwortung Sie während des Krieges hatten. Während Ihrer Zeit als Provinzial arbeiteten Sie auch sehr fleißig daran, eine harmonischere Beziehung zwischen den Franziskanern und dem Bischof von Mostar herbeizuführen. Möchten Sie uns einige jener Erlebnisse mitteilen?

P. Tomislav: Seit etwa 25 Jahren befand sich die Provinz in einer Art Widerstand gegen den Bischof von Mostar und die Kirche, wegen einiger bedeutender Probleme in einigen Pfarreien der Diözese, einbegriffen einige lange und komplizierte Angelegenheiten. Obwohl diese Angelegenheiten in keinem Zusammenhang mit den Erscheinungen standen, wurden sie zu einem Stolperstein für Medjugorje. Als die Erscheinungen begannen, dachte der Bischof von Mostar, dass die Gottesmutter erschienen war, um den so genannten "Fall Herzegowina" zu lösen. Aber sie erscheint niemals um strittige Angelegenheiten in der Kirche zu lösen.

Genau zehn Jahre nach Beginn der Erscheinungen - 26. Juni 1991 – begann der Krieg im ehemaligen Jugoslawien. Warum? Ich glaube, es war, weil wir nicht auf sie hörten. Sie sprach über Frieden. Diese Botschaft des Friedens hätte, vor allem in der Kirche, gehört werden sollen! Weshalb wurde Mostar in dem Krieg so stark zerstört? Das Bischöfliche Palais? Der Dom? Die Franziskanerkirche war völlig ausgebrannt und das Kloster stark beschädigt. Mostar lag in Schutt und Asche!

Sollten wir fortfahren weitere Ruinen zu erzeugen? Sollten wir unsere Beziehungen zerstören? Sollten wir alle Verbindungen mit dem Bischof abbrechen? Dies war meine Vorstellung, als ich 1994 Provinzial wurde: Sollen wir als Franziskaner mit einem „Nein“ oder mit „Ja“ in das neue Jahrtausend gehen? „Nein“ ist immer eine Negation. Ich habe versucht in Frieden mit dem Bischof zu leben, dann mit der Kirche und unserem Franziskanischen Orden.

Meine Hoffnung war, den Konflikt, der den Erscheinungen vorausging, zu lösen, indem ich „Ja“ zur Kirche sage. Dieses „Ja“ ist dann ein „Ja“ zu Jesus, zu Maria, zu Medjugorje. Durch Gottes Gnade, änderten sich die Situation und die Meinungen in der Provinz im Jahr 2000. Die Provinz ist jetzt in einem „normalen“ und „vorschriftsmäßigen“ Zustand, so wie alle anderen Provinzen der Franziskaner. Dank sei Gott für diese Änderung nach vollen 25 Jahren. Wir hatten viele Opfer zu leiden, „Aber wenn das Weizenkorn nicht stirbt…. (Joh 12), bringt es keine Frucht".

Du kannst nicht „Nein“ zur Kirche sagen und Medjugorje verteidigen. Du kannst nicht die Bischöfe, den Papst oder die Kirche angreifen und Medjugorje verteidigen, nicht einmal als Mitglied der Gläubigen oder als Pilger. Du kannst nicht wütend auf die Kirche sein wegen der Nichtanerkennung von Medjugorje nach 27 Jahren!

Wir müssen im Einklang sein mit der Kirche, mit Jesus und Maria, und der Rest ist ihrs. Und bedenke ein Wort aus dem Alten Testament: "Gehorsam ist besser als Opfer, und zuhören als das Fett von Widdern. Denn Ungehorsam und Aufstand ist wie die Sünde der Hexerei und Starrsinn ist wie Ungerechtigkeit und Götzendienst. "(1 Sam 15:22) Aber das ist ein sehr großes Problem, das man nicht vollständig erklären kann im Interview, wie wir es jetzt führen.

Sandy: Was war Ihr persönliches Gefühl, als Sie zum ersten Mal von den Erscheinungen Unserer Lieben Frau in Medjugorje hörten?

P. Tomislav: Zu jener Zeit, war ich mit der Ausbildung unserer Novizen befasst. Ich lehrte und predigte in unserem Kloster in Humac, ungefähr fünfzehn Kilometer von Medjugorje entfernt. Als die Erscheinungen begannen, war ich unterwegs, einige Bosnische Klöster besuchen. Ich kehrte am Samstag, dem 27. Juni, nach Humac zurück und hörte von den Ereignissen in Medjugorje von einigen der Brüder.

Am nächsten Tag feierte ich die Heilige Messe in Ljubuški und während der Predigt brachte ich einen Hinweis auf die Erscheinungen in Medjugorje (vielleicht die erste Erwähnung Medjugorjes von der Kanzel einer Kirche!). Ich wies die Gläubigen an, nicht begierig nach Zeichen Ausschau zu halten, sondern vielmehr ein Zeichen zu sein. Ich forderte sie auf, nicht nach Medjugorje zu rennen und Spaß aus unserem Glauben zu machen, sondern den Glauben vielmehr zu erneuern, indem sie ihn offen bekennen.

Dann brachte ich einen Hinweis auf das Neue Testament, auf Gamaliel's Beratung in der Apostelgeschichte: „Wenn dies von Menschen stammt, wird es sich selbst zerstören und verschwinden. Stammt es aber von Gott, kann es niemand zerstören“.

Am 30. Juni rief mich P. Jozo an und bat mich, nach Medjugorje zu kommen wegen der jüngsten Ereignisse. Er erzählte mir, dass etwas sehr Ernstes vor sich ging. Es war an diesem Tag, dass ich den Sehern zum ersten Mal begegnete. In der Zwischenzeit hatte sich die Nachricht in der ganzen Region verbreitet.

Ich muss sagen, dass die Seher keinen besonderen Eindruck auf mich machten, aber während der folgenden Tage wurde ich völlig überzeugt, dass das, was sie sagten, richtig war. Die Kinder lügten nicht.

Sandy: Haben Sie eine Meinung dazu, warum Unsere Liebe Frau Medjugorje wählte?

P. Tomislav: Ich habe, aber lassen Sie mich zunächst ein Beispiel bringen. Wenn Sie vor einem Hochhaus mit 100 Wohnungen stehen, werden Sie nach einem bekannten Namen oder einer bekannten Familie suchen, dann klingeln. Sie werden nicht wahllos oder zufällig bei unbekannten Personen oder Menschen klingeln, dies zu tun würde sie stören.

Der Himmel geht in ähnlicher Weise vor. Die Gottesmutter wählt Gebiete aus, die ihr bekannt sind und umgekehrt. Sie klopfte und die Tür war offen. Sie wurde akzeptiert, begrüßt, umarmt. Sie kam in eine Region, wo es immer sehr hart und gefährlich war, offen seinen Glauben auszuüben. Über mehr als drei Jahrhunderte, gab es hier in der Herzegowina, keine öffentlichen Plätze, Kirchen oder Kapellen für Liturgie und Gottesdienst. Alles fand unter freiem Himmel statt. Viele Märtyrer lebten und litten in diesem Gebiet und so viele Franziskaner wurden wegen des Glaubens getötet. Die Erscheinungen sind in gewisser Weise eine „Belohnung“ für diese Treue.

Aber bedenken Sie, das ehemalige Jugoslawien war offen für die Östlichen wie auch für die Westlichen Länder. Die Menschen kamen nach Medjugorje aus dem Ostblock, hinter dem Eisernen Vorhang, und auch aus dem freien Westen. Medjugorje wurde zu einem Treffpunkt der Nationen, Sprachen, des Kommunismus und Kapitalismus. Die Nachricht verbreitete sich schnell und die Früchte waren mehr als offensichtlich.

Der Kommunismus brach zusammen. Er wurde besiegt, nicht durch Waffen oder Panzer, sondern durch Gebete. So war das mit Jericho im Alten Testament. Die Juden, die aus der Wüste kamen und den Jordan überquerten, beteten sieben Tagen vor den Mauern von Jericho. Als die Trompeten bliesen, fielen die Mauern der Stadt! Der Zusammenbruch des Kommunismus geschah in ähnlicher Weise - nicht durch Waffen, sondern durch den Geist Gottes, durch Gebete, mit Maria!

Sandy: Was glauben Sie, warum Unsere Liebe Frau auf diese Weise in die Welt kam und warum sie so lange bei uns bleibt?

P. Tomislav: Es ist bezeichnend, dass sie am 24. Juni erschien, dem Geburtstag des Hl. Johannes des Täufers. Johannes war der letzte Prophet, der auf Jesus verwies. Er war „die Stimme von einem aus der Wüste“. In der gleichen Weise kommt Maria, als die Königin der Propheten, in einer prophetischen Art und Weise in unsere Welt, in unsere Zeit, als die Stimme ihres Sohnes, um auf Ihn zu zeigen. Sie konzentriert sich auf Jesus, nicht auf sich. Sie ist besorgt um unser Heil. Jesus bringt uns Erlösung. Er ist der Retter, der Erlöser, und es gibt keinen anderen außer Jesus.

Schauen Sie sich um. Wir haben so viele „Retter“, so viele „Erlöser“, so viele „Gurus“. Sie versprechen Ihnen alles, aber am Ende gibt es ein großes NICHTS. Nihilismus (was soviel bedeutet wie „nichts“) breitet sich aus. Die Menschen leben ohne Hoffnung. Wir leben in einer Welt mit der die Apostel (vor allem der Hl. Paulus) konfrontiert waren, als sie das Evangelium zu predigen begannen. Wir sind mitten in einer Krise, die durch Menschen, durch Technik, durch die ständigen Kriege, durch Atheismus hervorgerufen ist. Wo ist der Ausweg?

Nur bei Gott, bei Jesus. Dies ist der Grund, warum Maria erscheint. Sie sagte, ganz am Anfang, dass sie kommt uns zu sagen, dass Gott existiert. Wenn Er existiert, müssen wir umkehren, uns Ihm zuwenden, beten, Sein Volk sein, Frieden machen.

Warum so lange? Wir leben in einer ständigen Gefahr, uns selbst zu zerstören oder zerstört zu werden durch Terrorismus, durch Waffen, durch globale Erwärmung usw. Maria dient dem Herrn. Sie ist immer im Dienst der Menschheit und ihres Sohnes. Sie ist zwischen uns und Ihm.

Nach mehreren Jahren der Erscheinungen, fragten die Seher die Gospa, warum sie über einen so langen Zeitraum erscheint. Ihre Antwort war: „Langweile ich Euch?“ Natürlich nicht! Sie ist unsere Mutter. Es ist für sie richtig, bei uns zu sein, uns zu unterstützen, uns zu helfen …… ..

Sandy: So viel von dem, was wir lesen über Medjugorje, ist oberflächlich. Was ist das eigentliche Herz der Sache?

P. Tomislav: Ich glaube, ich habe diese Frage bereits beantwortet. Wir dürfen nicht Menschen auf der Suche nach Zeichen und Wundern sein. Zum Beispiel, blicken Sie nicht zur Sonne auf der Suche nach einem sichtbaren Zeichen: Sie könnten Ihre Augen schädigen! Vielmehr, dringen Sie zum wirklichen Herzen des ganzen Problems vor: kehren Sie um! Haben Sie einen starken Glauben! Glauben Sie! Beten Sie! Leben Sie Ihren Glauben! Gehen Sie zu den Sakramenten! Seien Sie kein verborgener Christ sondern bekennen Sie Ihren Glauben offen! Seien Sie ein Mensch des Friedens! Öffnen Sie Jesus Ihr Herz!

Das Gebet sollte keine Belastung sein. Es sollte aus der Freude kommen! Es ist wichtig, Zeit zu haben für Jesus, Ihn anbeten, mit Ihm zu sprechen, Sein Freund zu sein. Er selbst sprach über unsere Liebe zu Ihm. Wenn wir Ihn lieben, ist nichts schwer, und es ist eine Freude, Ihm zu folgen. Christlicher Glaube ist eine Freude und Jesus zu dienen ist ein erfreuliches Amt.

Sandy: Was möchten Sie, dass die Menschen über Medjugorje wissen?

P. Tomislav: Dies ist eine sehr große Angelegenheit. Medjugorje ist nicht mehr nur ein geographischer Begriff, sondern eine globale Bewegung. Für mich persönlich ist es eine Neufassung der frühen Geschichte der Kirche, eine Neufassung der Apostelgeschichte. Alle Schritte, die wir in der Apostelgeschichte finden, können wir auch in Medjugorje entdecken.

Die Apostelgeschichte endet mit der Ankunft des Paulus in Rom, wo er Christus den Herrn ganz offen predigte, ohne jede Behinderung. Der Hl. Lukas, der Autor, weiß über den Tod der Apostel, über Paul's Enthauptung und Peters Kreuzigung. Aber die Gute Nachricht endete nicht mit deren Tod. Im Gegenteil, die Samen des Christentums wurden gesät.

In ähnlicher Weise müssen wir den Sachverhalt von Medjugorje betrachten. Die Seher sind nicht so wichtig; die Franziskaner, die von allem Anfang an beteiligt waren, sind entweder im Himmel oder nicht mehr hier in Medjugorje. Medjugorje hängt nicht von den Sehern, Zeugen oder Brüdern ab, sondern basiert auf einem festen Glauben, tiefer Erfahrung und Umkehr. Die Leute kommen deshalb nach Medjugorje: um eine lebendige Erfahrung von Gott, von Jesus in ihren eigenen Leben zu machen, und um diese Nachricht über die ganze Welt zu verbreiten.

Medjugorje ist eine globale Bewegung der Erneuerung. Es ist die praktische Umsetzung jener Themen, die vom Vatikanum II, durch päpstliche Schreiben, und durch kirchliche Empfehlung für die heutigen Christen verkündigt wurden. Bestätigung dieser Tatsache sind die Enzyklika von Papst Johannes Paul II über die Eucharistie und den Rosenkranz und ihre direkte Zuordnung zu den Praktiken in Medjugorje.

Sandy: Was möchten Sie, dass die Menschen über die Seher wissen?

P. Tomislav: Ganz am Anfang der Ereignisse, da waren die Seher verwirrt und ängstlich, aber unerschütterlich in ihrer Überzeugung: „Wir sehen!“ Sie hatten kein Privatleben mehr. Niemand gab ihnen Anleitungen oder beeinflusste sie. Sie waren in den Brennpunkt eines monumentalen Ereignisses geschleudert worden, ohne einmal gefragt zu werden! In gewisser Weise waren sie zufällig getroffen.

Wenn die Ereignisse nicht wahr waren, hätten sie nach ein paar Monaten und allen Verfolgungen und Drohungen denen sie ausgesetzt waren, alles aufgegeben. Aber nein! Sie waren standhaft und beharrlich. Nicht einer von ihnen leugnet die Tatsachen. Obwohl theologisch unausgebildet und nicht einmal Durchschnitt unter ihren Klassenkameraden, wurden sie als Instrumente Unserer Lieben Frau benutzt. Gott wählt die Niedrigen, um die Großen und Edlen zu beschämen.

Ich vergleiche die Seher mit dem Zündschlüssel eines Fahrzeugs. Wenn der Schlüssel eingesteckt ist, wird der Motor gestartet, aber es liegt an uns, das Fahrzeug mit Benzin zu versorgen, wenn es voran fahren soll. Auf die gleiche Weise, haben die Nachrichten Unserer Lieben Frau, die wir über die Seher erhalten haben, unsere spirituellen „Motoren“ entzündet. Aber wir müssen unsere Leben mit Gebet, Fasten, Umkehr, Frieden und anderen guten Taten füllen, wenn wir diese Motoren am Laufen halten und uns in unseren Leben vorwärts bewegen wollen.

Sandy: Wie sehen Sie Ihre Rolle als Pfarrgeistlicher in Medjugorje?

P. Tomislav: Wir hier sind nur die Verwalter des Herrn, wie der Hl. Josef, der in Gottes Plan einwilligte. Er schützte die Mutter und das Kind. Unsere Funktion ist unsere Mutter hier zu schützen und das „neugeborene Kind“, das jetzt 27 Jahre alt ist - ein reifer Sohn. Wir kennen die Regeln und wir kennen den Weg. Unsere Aufgabe ist es, dieser Stimme gehorsam zu sein, Zeugen zu sein, die Erfahrung mit anderen zu teilen und der Kanal der Gnade und des Geistes zu sein.

Sandy: Unsere Liebe Frau ist hier fast 27 Jahre erschienen. Warum sollte jemand jetzt nach Medjugorje kommen?

P. Tomislav: Der Mensch ist von seinem Ziel her "Homo Viator", ein Mensch auf dem Weg, ein Wanderer und Pilger auf dieser Erde. Er geht seinem endgültigen Bestimmungsort zu für alle Ewigkeit.

Aber, hier auf der Erde, ist er wie der Zugvogel. Wenn es kalt wird, sucht der Vogel nach einem warmen Ort. In sein kleines Gehirn ist eine treibende Kraft eingraviert, die den Vogel zwingt diesen besonderen Sternen am Nachthimmel zu folgen, die ihn zu einer warmen Region führen.

Es ist der gleiche Weg mit Menschen! Wir alle schauen nach einem warmen Platz aus, einem Zuhause. Als religiöse Wesen, suchen wir nach einem warmen Ort für unser Herz, unseren Geist, unsere Seele. Wir verlangen danach im warmen Herzen unserer Mutter zu sein und es gibt etwas in uns, das treibt uns, das führt uns zu Maria.

Die Menschen, die nach Medjugorje kommen, sind von überall her - aus allen Teilen dieser Erde - und sie sind hier zu Hause! In Medjugorje, wir haben die Vereinten Nationen im Gebet, Frieden, Liebe und Verehrung. Wir sind vereint durch Jesus und Maria in der schönen Erfahrung unter ihrem Mantel zu sein.

Dies gilt auch für die Priester, die nach Medjugorje kommen. Ihre Aufgabe ist es, ihre Himmlische Mutter und ihre Erste Liebe, Jesus, zu finden. Medjugorje bietet eine Gelegenheit für sie ihre Sakramente zu erneuern und „Ja“ zu sagen zu ihren Bund mit Gott. Dies ist sehr wichtig in der heutigen Krise innerhalb der Priesterschaft.

Sandy: Viele Priester haben uns gesagt, dass sie glauben ihre Berufung in Medjugorje erhalten zu haben. Gab es seit Beginn der Erscheinungen irgendwelche Berufungen von Menschen, die hier geboren sind?

P. Tomislav: Natürlich gibt es viele, die durch Medjugorje Priester geworden sind. Im Moment haben wir einige Studenten, die in Zagreb Theologie studieren und ihre Berufungen hier erhalten haben und alle fünf unserer Novizen und unsere drei Postulanten sind in irgendeiner Weise mit Medjugorje verbunden.

Sandy: Würden Sie uns etwas sagen zum aktuellen Stand der Untersuchungen über die Erscheinungen?

P. Tomislav: Seit mehr als zwei Jahren gab es Gerüchte, dass eine neue Kommission gebildet werden sollte, um Medjugorje zu untersuchen. Bis jetzt ist nichts realisiert worden, aber es gibt sehr ernsthafte Anzeichen dafür, dass der Vatikan, d.h. die Kongregation für die Glaubenslehre, eine neue Kommission für Medjugorje ins Leben rufen wird.

Medjugorje ist zu wichtig für die ganze Kirche, um auf Seite gelegt oder vernachlässigt zu werden. Medjugorje durchdringt die ganze Kirche, ihr spirituelles Leben und ihre Frömmigkeit. Diese Tatsache ist von vielen Bischöfen und Priestern anerkannt worden.

Wir sind den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. dankbar, dass sie Medjugorje gegenüber sehr offen sind, geduldig und sich selbst zubilligen, vom Geist des Herrn geleitet zu werden. Der Hl. Paulus, Lehrer der Nationen, sagte: „Löscht den Geist nicht aus. Verachtet prophetisches Reden nicht. Prüft alles und behaltet das Gute.“ (1 Thess 5,19).

Medjugorje ist wirklich ein prophetisches Wort in unserer Zeit, und wir sollten darauf hören.

Sandy: Haben Sie irgendwelche abschließenden Gedanken, die Sie uns mitteilen möchten?

P. Tomislav: Alles in unserem Glauben ist mit den Erscheinungen verbunden, seit Abraham, Jakob, Moses, Maria, den Aposteln, dem Hl. Paulus, usw. Gott offenbart sich selbst, d.h. zieht den Schleier von seinem Wesen weg. Maria erscheint im Geist und durch den Geist, enthüllt ihr verborgenes Gesicht, kommt zu uns und offenbart sich der Menschheit.

Die Erscheinungen sind Anzeichen dafür, dass Gott uns nahe ist, dicht bei uns, dass Er sich in unsere Geschichte einmischt. Die Erscheinungen sind ein Beweis dafür, dass Gott in unserem Leben gegenwärtig ist, dass Er nicht weit von uns weg ist, sondern nahe bei uns. Er ist kein deistischer Gott (= nur Schöpfergott), sondern Emmanuel: Gott mit uns!

Hier, in dem, was einmal ein kleines, nicht einmal auf einer Karte verzeichnetes Dorf war, liegt Gottes Gegenwart auf der Hand. Medjugorje ist eine lebendige Erfahrung von Gottes Existenz und Seiner Arbeit in der heutigen Welt.

Sandy: Pater, ich danke Ihnen für dieses Interview, für Ihre konzentrierte Betrachtung des Kerns von Medjugorje, die biblischen Quellen und Ihre persönlichen Einsichten. Es ist mein Wunsch, dass alle Menschen in der ganzen Welt Gelegenheit haben werden, dieses Interview zu lesen!

P. Tomislav: Dank sei Gott! Gott segne euch! Seien Sie ein Zeichen!

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