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Zum Gedenken an Pater Dr. Slavko Barbaric
von Pater Dr. Tomislav Pervan


Pater Slavko Barbaric ist am 24. November 2000 in Medjugorje gestorben. Am 11. März 1946 wurde er in Dragicina geboren, trat im Juli 1965 in den Franziskanerorden ein und wurde im Dezember 1971 zum Priester geweiht. Er hat in Sarajevo, Graz und Freiburg studiert. Seinen Doktortitel erwarb er in Freiburg auf dem Gebiet religiöser Pädagogik. Nach einigen Jahren pastoraler Tätigkeit in der Provinz Herzegowina und als Studentenpfarrer wurde er nach Medjugorje versetzt, wo er mit einigen Unterbrechungen bis zu seinem Tod wirkte.

Neben seiner schriftstellerischen Arbeit, Pater Slavko hat viele geistliche Bücher geschrieben, hat er unermüdlich zu den Pilgern gesprochen, hat die eucharistische Anbetung, die Gebete vor dem Kreuz, den Rosenkranz auf dem Podbrodo und den Kreuzweg auf dem Krizevac geleitet. Er hat Fasten- und Gebetsseminare geleitet, das Mutterdorf für Waisen gegründet und die ehemals Drogenabhängigen im Cenacolo betreut, usw. usw. - Pater Slavko hat fast die ganze Welt bereist um die Botschaft der Muttergottes von Frieden und Versöhnung zu verbreiten.


Predigt des Provinzial der herzegowinischen Franziskanerprovinz, Pater Dr. Tomislav Pervan, während der Hl. Totenmesse am 26. November 2000:

„Zeige mir, Herr, Deine Wege und lehre mich Deine Pfade“

Verehrter Bischof, liebe Franziskanerbrüder und Priester, liebe Mutter Luca, liebe Brüder und Schwestern des verstorbenen Pater Slavko, liebe Familie und Freunde, liebe Gläubige, liebe Pilger und lieber Bruder Slavko!

Als sie mich gestern aus dem Pfarramt in Medjugorje anriefen, welche Lesung und welche Fürbitten wir für Deine Totenmesse nehmen sollen, sagte ich einfach: „Es sollen alle Lesungen vom Christ-König-Fest aus dem Lesejahr A und die Fürbitten aus dem Fest-Brevier, bezogen auf den Verstorbenen, genommen werden. Ich denke, dass Du damit einverstanden gewesen wärest, wenn Dich jemand gefragt hätte, denn die erste Lesung ist aus dem Propheten Hesekiel und spricht über den Hirten, die zweite ist aus dem 1. Korintherbrief und spricht über den endgültigen Sieg Christi über den Tod, wo am Ende alles transformiert wird, so dass Gott alles in allem wird. Das Evangelienkapitel spricht über die endgültige Teilung vor Gottes Gericht, wo der Herr die Menschen in zwei Lager teilt, abhängend von ihrer Einstellung gegenüber den Kleinen, gegenüber den Geringsten, gegenüber denjenigen, für die niemand ein Herz hat.

An dieser Stelle möchte ich zunächst im Namen meiner Provinz und in meinem Namen meinen großen Dank und meine Dankbarkeit ausdrücken für die zahllosen Beileidsbekundungen in Telegrammen, E-Mails und Telefonanrufen sowie für ihre Anwesenheit hier anlässlich dieses überraschenden Todes.


Wenn die Eucharistie ursprünglich ein Dankesakt, ein Dankesopfer und eine Gabe ist, dann ist meine Bitte an Sie alle, dass diese Eucharistie gleichzeitig eine Danksagung für dieses menschliche, christliche, franziskanische, mönchische und priesterliche Leben sein möge. Ein Leben, das in allem ein großes Opfer war, eine große Hingabe, ein großes Herz für alle Menschen. Deshalb ist dies auch gleichzeitig eine Danksagung, dass wir Pater Slavko hatten, dass er von hier stammt, aus dieser Herzegowina und als unermüdlicher Verkünder nach dem Wunsch des hl. Franziskus ein Mensch der Frömmigkeit und des Gebetes war, orationis et devotionis. Er beendete seinen Lebensweg dort, wohin er so gerne ging: auf dem Kreuzberg (dem Krizevac).

Wenn ich persönlich dieses Leben unter einem biblischen Gedanken zusammenfassen sollte, dann würde ich als Leitgedanken des Lebens von Pater Slavko das Gebet des Psalmisten wählen: Das Gebet, dass ihm Gott seine Wege zeigen möge, dass er auf seinen Pfaden wandeln kann, auf dem Pfad des Evangeliums und durch die Bekehrung. Deshalb ist es kein Wunder, dass er für seine Dokterarbeit gerade die Thematik der Bekehrung und der religiösen Pädagogik gewählt hat. Permanent in der Schule des Herrn und der Muttergottes, auf den Wegen und Pfaden des Herrn sein, jeden Tag eine neue Lektion lernend.


Für uns alle ist dieser plötzliche Tod ein Schock. Dieser frühe Tod, wie sich der Psalmist ausdrücken würde, in der Mitte meiner Tage, in der Blüte seiner Jahre. Wenn für den Psalmisten die Summe unserer Tage siebzig Jahre sind und wenn es hoch kommt, so sind es achtzig gewesen, dann waren diese fünfundfünfzig Jahre von Pater Slavko weniger als die heutige normale Lebenszeit, die wir Menschen für gewöhnlich erwarten. Ich kann jedoch hier mit vollem Recht aus eigener Erfahrung, aber auch mit ihrer Billigung sagen, das hier vor uns ein Leben ausgebreitet ist, dass menschlich gesehen, nicht nur ein, sondern drei Leben gelebt hat. Nicht zwei, sondern drei, denn dieses Leben kannte keine Müdigkeit, keine Pause, keine Erholung, legte sich nie vor Mitternacht nieder und erwartete niemals den Sonnenaufgang in seinem Zimmer. Immer betete er, wie der Psalmist sagt: Wache auf, Harfe und Zither, ich werde die Morgenröte wecken. Und wahrlich hat er die Morgenröte geweckt mit seinem Gebet, seinem täglichen Pilgern auf den Berg der Erscheinung oder auf den Kreuzberg. Tag um Tag, Jahr um Jahr, zu allen möglichen Zeiten stand er vor allen anderen auf und ging beten. Manchmal sagte er, dass die Morgenstunde die einzige Zeit sei, die ihm persönlich und als Priester am Tag übrig bleibt. Nach dem Erwachen ging er auf seinen Berg, auf dem ihn der allzu frühe Tod ereilte, einfach ein Herzschlag.

Das Herz konnte es nicht mehr aushalten. Und Pater Slavko hatte ein Herz, dass er bis zum Ende verausgabt hat. Er hatte nie Zeit, an sich zu denken, an seine Gesundheit, an Krankheit, er hat nie über etwas geklagt, das ihn bedrückte und war doch von zerbrechlicher Gesundheit, vor allem im Winter – Grippe, verschiedene Infekte, was sich negativ auf sein Immunsystem auswirkte. Vor lauter Arbeit, die er übernommen hatte, die ihn tagtäglich erschöpfte, fand er keine Erholung für sich. So trug er sein Kreuz und seit zwanzig Jahren das Kreuz Medjugorjes auf seinen und unseren Kreuzberg und hier, unter dem Kreuz des Herrn, legte er sein Kreuz nieder, um in die Ewigkeit einzugehen. Diesen seinen Kreuzberg, den er regelmäßig hinauf stieg, bei jedem Wetter, zusammen mit Pilgern, um hier unter dem Kreuz die Erfahrung der Lagerstatt zu haben, verwandelte er in seine Lagerstatt: Kalvarie und Lagerstatt, Kreuzweg (Kreuzberg) und Lagerstatt, verschmolzen in Pater Slavko zu dem, was nach dem Johannes-Evangelium die Kalvarie für Jesus war: das endgültige Fest des Gottessohnes. Wenn ich aufgehoben werde, werde ich alle zu mir holen... Vater, Du hast meinen Namen verherrlicht... Das Kreuz als endgültiger Sieg, das Kreuz, dem die Lagerstatt Vorzeichen war. Herr, hier ist für uns gut sein... Und Slavko blieb dort, unter diesem Votivkreuz, auf dem Kreuzberg, seine Kreuze, die der zahllosen Pilger, die Kreuze Medjugorjes, die Kreuze seines Volkes, der Kirche und dieser Provinz tragend. Er starb wie auch sein Herr, nicht auf der Schlafstatt, nicht im Bett, nicht umringt von seinen Brüdern oder seinen Liebsten, sondern unter dem Kreuz, auf dem kalten herzegowinischen Stein. Wie viel Symbolik gibt es in diesem Tod! Pater Slavko: Du hast Dein Kreuz unter das Kreuz des Herrn getragen, ließest es dort, um danach in Deinem Tod uns alle in solch großer Zahl anzuziehen: den örtlichen Bischof, die ganze Provinz, so viele andere Brüder, Priester, Gläubige, Pilger, die Tausende von Kilometern Weges überwunden haben, um Dir auf Wiedersehen und Dank zu sagen. Der Tod als Anziehungspunkt, der uns alle vereint und wo alle gleich gestellt sind.


Liebe Schwestern und Brüder!
Was ist an dieser Stelle über dieses erfüllte Leben zu sagen? Ich kenne ihn seit langem, seit1961. Das erste Mal bin ich ihm bei der Primiz von Fra. Dobroslav Stojac und von Fra. Gojko Musa am Stephanstag 1961 begegnet. Damals hatte ich bereits die erste Klasse des Gymnasiums im Seminar in Visoko beendet und er sich erst im Seminar angemeldet. Wir lernten uns kennen. Dieser knochige Junge sagte mir, dass er im Seminar angenommen sei und nach Dubrovnik gehe. Wir wurden erwachsen und wuchsen gemeinsam in diese Provinz hinein, leiteten, trugen einander und arbeiten zusammen, besonders in der Zeit, als ich hier in Medjugorje Pfarrer war, während dieser sechs bleiernen, kommunistischen Jahre, als man alles unter unmenschlichen Umständen mit Gottes Hilfe erledigen musste, was dieser Augenblick der Gnade seit dem Tag der Erscheinung von uns erwartete, an dem die kommunistische Welt und das gottlose System einzustürzen begann und der Morgen der neuen Freiheit für die Welt und das kroatische Volk aufstieg.

Der große französische Denker und Schriftsteller Leon Bloy, ein Bekehrter, ein eifriger Katholik, sprach einen wunderbaren Gedanken aus, von dem die erste Schriftstellerin in der Französischen Akademie der Unsterblichen, M. Yourcenar, sagte, dass sie eine der schönsten Worte der französischen Literatur sind. Sie lauten: „Es gibt nur ein Unglück – kein Heiliger zu sein.“ Der Ausspruch macht uns Angst, aber wir haben kein Recht, vor diesem Ausspruch zu erschrecken. Der Mensch ist so viel heilig und ein Heiliger, wie er es sein möchte. Es hängt von ihm ab, mehr heilig zu sein, besser als derjenige, der wir sind. Gerade diese heutige Feier spricht anschaulich zu uns durch Gottes Stimme und sein Wort. Sie sagt etwas aus über alle Geschehnisse um uns herum, sagt es uns durch die Geschichte und über Personen. Christ als König sagte klar und deutlich: „ Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen...“ Was anderes wollte und will Medjugorje bzw. die Muttergottes durch Medjugorje und ihre Gegenwärtigkeit in der heutigen Welt? Es möchte nur eins: Gottes Königreich auf Erden errichten, es möchte das verbreiten, wozu Christus in diese Welt gekommen ist, es ihr zu bringen. Zusammengefasst bedeutet das: Gott ist König. Christus ist unser aller König. Der Mensch ist nur ein schwaches Geschöpf und nichts mehr.

Was wollte unser Pater Slavko? In allen Gebeten, zahllosen Anbetungen und Predigten, Konferenzen und Schriften nur eins: Jesus ist mein Gott, ihn bete ich an, für ihn lebe ich, er bedeutet mir alles! Nur ihm diene ich, aber auch den Menschen im Bruder.

Per Mariam ad Jesum, per Jesum ad Mariam!
Über Maria zu Jesus, aber auch über Jesus zu Maria!
Er hatte seine Erleuchtung durch Christus und den hl. Franziskus. Christus, der nichts geschrieben hat, der nur Worte gesät hat, die die Jünger aufgeschrieben haben. Christus wusste, dass nur manchmal ein Wort auf fruchtbaren Boden fällt und in Pater Slavkos Leben hat sich dieses Wort vollkommen erfüllt. Es fiel auf den Boden des Glaubens, des Herzens, der Hingebung, der in seiner Familie bereitet war und hundertfach Frucht getragen hat.

Dann die Gestalt des hl. Franziskus, die ihn begeistert hat. Der hl. Franziskus wie auch Christus, unser aller Lehrer. Der hl. Franziskus, der Größte unter den Großen, derjenige, der seine reiche Kleidung seinem Vater an den Kopf warf, dem reichen Tuchwarenhändler, derjenige, der die Armut wegen der Armut liebte. Das war auch für unseren Pater Slavko eine tägliche Inspiration: Nichts besitzen, alles verteilen, allen alles sein wie Paulus, nur damit ich einige zu Christus führen kann. Er hatte sozusagen immer zerrissene Taschen, teilte rechts und links aus, fragte nicht, wer und was jemand ist. Er legte die Glaubensprüfung aus dem heute gelesenen Evangelium ab, weil seiner Person die Liebe zum Menschen und zu Gott verkörpert war. Er wollte der Lichtstrahl in der Nacht dieser Welt sein. Pater Slavko trug in sich das Streben nach Transzendenz, nach dem Ewigen. Wir wissen, dass einige Strahlen die Nacht nicht vertreiben, dass einige Wellen den Ozean weder ansteigen lassen noch aufwühlen können. Aber wenn ein Mensch wie Pater Slavko eine Blume oder ein Stück Brot, dass er mit den Armen teilt, bewundert, dann ändert sich die Welt schon zum Besseren. Gerade das sagt uns das heutige Evangelium über die endgültige Begegnung mit dem Herrn Jesus am jüngsten Gericht, dass Pater Slavko wortwörtlich begriffen und gelebt hat.

Wenn der Herr ihm mitgeteilt hätte: Höre, Pater Slavko, morgen wirst Du sterben, ich glaube, dass er nicht einen Augenblick von dem abgewichen wäre, was er jeden Tag getan hat, denn alles, was er getan hat, hatte nur ein Ziel: Gott zu preisen und ihm zu dienen. Er hätte keine Atempause eingelegt, um sein Leben zu überdenken. Er hätte nicht davon abgelassen, auf den Kreuzberg zu gehen, nicht abgelassen, so vielen Ratschläge zu geben und vom Besuch der Ärmsten. Wenn der Herr vielleicht uns eine solche Mitteilung machen würde, würden wir uns wahrscheinlich in unser Zimmer zurückgezogen haben, hätten versucht, unser Leben an uns vorbeiziehen zu lassen, den Augenblick der Gnade maximal zu nutzen. Wahrscheinlich hätten wir über das Gotteswort nachgedacht, uns gesammelt und versucht, intensiv zu leben. Pater Slavko wäre nach einem solchen Gotteswort in dem fortgefahren, was er tat: Sich für Gott und den Menschen verzehren.

Ein Heiliger wurde einmal gefragt, warum er niemals Furcht empfindet, warum er keine Angst habe. Der Heilige antwortete: Deshalb, weil ich täglich an meinen Tod denke! – Die Menschen haben Angst, weil sie alles um sich herum fürchten und um alles fürchten, was sie besitzen. Angesichts des Todes jedoch, seinen Tod tagtäglich vor Augen habend, wird für den Menschen alles unwichtig. Der Tod gibt dem Menschen das rechte Maß, er teilt ihm klar mit, woraus der Mensch leben und seine Kraft schöpfen soll.

Der Gedanke an den Tod sollte jedem von uns eine andere Dimension schenken: Man lebt nämlich nur kurz und es ist notwendig, hinter sich klare Zeichen, Signale, Wegweiser und Richtungsanzeiger der Liebe zu lassen. Spuren, an die sich die anderen gern erinnern, Spuren und Wege, auf denen die anderen gehen können. Jesus, wissend, dass seine Zeit gekommen war und weil er diejenigen liebte, unendlich liebte, die er um sich versammelt hatte, nahm Handtuch und Waschschüssel und wusch seinen Jüngern die Füße. Die Füße des Menschen sind sein schmutzigster Teil. In seiner Liebe berührte Jesus die schmutzigen und verletzten Füße des Menschen, berührte die Achillesferse eines jeden Menschen.

Was ist zu sagen über die Spuren, die Pater Slavko hinterlassen hat? Er ging auf der Erde, um Gutes zu tun, Jesus Christus zu verkündigen, das Evangelium zu predigen, die Eucharistie zu feiern, Christus in der Eucharistie und am Kreuz anzubeten, den wunden Punkt des Menschen, seine Achillesferse, zu berühren.

Pater Slavko blieb jedoch nicht nur beim Wort. Er ließ dem Wort selbstvergessen Taten folgen. Er schenkte sich bis zum Ende denen, die Hilfe am nötigsten hatten, war ein geistiger und materieller Helfer, vielen ein Begleiter. Zahllosen! Er hinterließ seine Spur, unauslöschlich, handelnd nach den Worten Jesu: „Wie der Vater mich geliebt hat, habe auch ich Euch geliebt“ und „niemand hat eine größere Liebe als jener, der sein Leben für seine Freunde gibt.“ Pater Slavko hat sein Leben für alle gegeben. Besonders liebte er diejenigen, die von niemandem geliebt werden, verlassen und verwahrlost sind, die von der Sünde und dem menschlichen Hass tief verletzt wurden. Er tröstete, verband Wunden, half, nahm auf. Er dachte nicht an sich. Deshalb ist er früh gegangen, weil er sich vollkommen verausgabt hat.


Lieber Pater Slavko! Wir danken Gott, dass wir Dich hatten. Wir danken ihm, dass er Dich in die Franziskanergemeinschaft berufen hat. Wir danken ihm für alle Gaben, mit denen er Dich bedacht hat und die Du maximal genutzt hast. Wir danken Deiner Familie, dass sie Dich dieser Provinz geschenkt hat, in der Du eine der leuchtenden Gestalten sein wirst. Wir glauben, dass wir in Dir im Himmel einen Fürsprecher, Helfer und Heiler all jener Wunden haben werden, die dieses Volk und diese Kirche drücken und gleichzeitig einen Versöhner, der um Christi Frieden bittet, den Frieden des Christkönigs für uns alle.

Wir sind sicher, dass Du dem Herrn von Angesicht zu Angesicht, Auge in Auge begegnen konntest, als Du vor seinen Thron getreten bist, gerade so, wie uns dies das heutige Evangelium mitteilte, welches am Christköngsfest gelesen wird. Du bist durch seine Schule des Dienens gegangen, nicht des Herrschens, des Verschenkens, nicht des Sammelns, der äußeren Armut, nicht des Reichtums. Deshalb sind wir überzeugt, dass Er Dich belohnt.

Zahllose können nach der Begegnung mit Dir sagen: „Dem Herrn sei Dank, dass ein solches Geschöpf wie Pater Slavko bestanden hat. Dank sei diesem Geschöpf, durch das mich Gott geliebt hat.“ Und Du, Pater Slavko, konntest in Deinem Leben bestätigen: „Es gibt so viele Geschöpfe, durch die ich Gott geliebt habe, durch die mir Gott, Jesus und Maria näher gekommen sind.“

Du hast Dich im Dienst Marias, der Mutter Jesu, verzehrt, im Dienst ihrer Gegenwärtigkeit hier und in der ganzen Welt. Du warst Verkünder und Verbreiter ihrer Frömmigkeit, die bei Dir immer christozentrisch war. Wir sind überzeugt, dass die Kirche Christi Dir dies niemals vergessen wird. Der heilige Hieronymus drückte das folgendermaßen aus: „Man sollte den Verstorbenen nicht nachtrauern, sondern dankbar sein, mit ihnen gelebt zu haben, und dass wir immer noch mit ihnen verbunden sind. Wir glauben, dass sie in Gott sind, und wer immer auch in Gott ist, der ist mit der ganzen Gottesfamilie verbunden.“

Mit diesen Gedanken drücke ich der Mutter Luca, den Brüdern und Schwestern, der ganzen Verwandtschaft mein Beileid aus und ich danke Deinem Haus, welches Dich uns gegeben hat, dass wir Dich hatten.


Und zum Schluss, lieber Pater Slavko, möchte ich Dich um etwas bitten: Verzeih uns allen, wenn Du in unseren Augen oder Ansichten unverstanden warst. Du warst und wolltest bis zuletzt vir catholicus, apostolicus, franciscanus, vir Croata hercegoviniensis sein, also bis zuletzt katholisch, apostolisch, franziskanisch und ein strammer herzegowinischer Kroate. Du warst uns voraus, oft unverstanden. Du dachtest weiter als andere, gerade wie dieser mythische Prometheus, dieser der voraus denkt und Neues denkt. Eines jedoch bleibt klar und deutlich, nämlich das Wort Christi: An ihren Werken werdet ihr sie erkennen. Dein Werk ist sichtbar, dauerhaft, denn es ist verwoben und zusammengesetzt im Gebet, auf den Knien, im Suchen nach Gottes Willen durch die Zeichen der Zeit. Du gingst uns voraus, bleibst aber dauernd mit uns verbunden, in unseren Herzen. Deshalb danken wir Dir noch einmal und ruhe im Frieden Deines Herrn, im Schatten der Kirche in Medjugorje, des Kreuzberges und des Berges der Erscheinung. Amen.

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